Die Zeichnungen von Christine Mayr

Die Zeichnungen von Christine Mayr fesseln dich. Sie lassen dich nicht los, du kehrst zu ihnen zurück, weil du sie näher betrachten musst.
Du starrst in eine Welt, in der allgemein bekannte Zustände,
die normalerweise fein säuberlich zugedeckt sind, sichtbar werden.

Die Zeichnungen gleichen Ausgrabungen. Sie dringen unter die Oberfläche der frühen Kindheit. Sie kratzen an der Fassade der Jugend. Sie decken die Wurzeln von sozialer und sexueller Angst
mit kühnen, detailreichen Beobachtungen auf.

Mayr sammelte Beobachtungen außerhalb des Mainstreams
der allgemeinen Wahrnehmung unseres modernen Zeitalters: Trennungsschmerz, Verlassenheit und die einsame Suche nach der eigenen Identität. Mit ihren Themen tastet sie nach gültigen, stichhaltigen Erfahrungen. Sie porträtiert das Ringen um Selbsterfahrung, indem sie die Geheimnisse des „Eigenen“
und des „Anderen“ erforscht. Wenn sie Verwirrung ausdrückt,
ist es auch  u n s e r e  Verwirrung.
Ihr Suchen ist auch  u n s e r  Suchen.

Die farbigen Bleistiftzeichnungen zeigen – hier ist technische Intelligenz am Werk. Die Farben bilden die Grundlage für die Bilder,
die Linien und Striche sind starke beschreibende Elemente.
Mayr bleibt im Rahmen der dem Medium innewohnenden Bildsprache. Jedes Bild ist ein vollständiger Ausdruck seiner selbst.
Durch die klare Gestaltung mit vielfältigen und reichhaltigen graphischen Elementen können Mayrs Zeichnungen überall
in der Welt verstanden werden.

Meredith Luhrs, 2005

 

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